Geschichte des American Footballs – vom College-Game zum Milliardengeschäft

Als die Geschichte des American Footballs im 19. Jahrhundert in den USA ihren Anfang nahm, konnte sicherlich noch niemand ahnen, dass aus diesem einfachen College-Sport eine der bekanntesten Sportarten der Welt werden sollte. Den Super Bowl verfolgen mittlerweile Milliarden von Zuschauern weltweit, die Teams sind milliardenschwer und die Gehälter erreichen trotz Salary Cap in der NFL kaum vorstellbare Höhen.

American Football

American Football

Die Faszination des Sports geht vor allem von seinem taktischen Geschick und der Körperlichkeit aus, die auf spannende Art und Weise miteinander verbunden sind. Wer American Football lediglich als vermeintliches „Raufen“ oder gar „Prügelspiel“ empfindet, hat sich noch nie intensiv damit auseinandergesetzt.

Die Anfänge des American Footballs

Die Anfänge des American Footballs sind auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts datiert, als eine Mischung aus Fußball und Rugby vor allem die Ostküste der USA eroberte. Die sich fortwährend verändernden Regeln schufen nach und nach eine deutliche Abgrenzung zu den besonders in Europa populären Sportarten. Insbesondere das aktive Blocken von gegnerischen Spielern, die Möglichkeit der verschiedenen Passvarianten und die sogenannten „Downs“ haben in der Summe eine eigene Sportart geschaffen, die vor allem an den Schulen und Colleges der USA unglaublichen Zulauf erhielt. Historisch belegbar ist die erste Partie am 6. November 1869, als die Universitäten Princeton und Rutgers gegeneinander antreten. Das Duell konnte Rutgers mit 6:4 für sich entscheiden, aber das Ergebnis zeigt deutlich, dass American Football noch in seinen Kinderschuhen steckte.

Die Gründung der NFL

NFL

NFL

Die ersten bezahlten Akteure sind schon für das Jahr 1892 nachgewiesen, aber erst mit der Gründung der American Professional Football Association im Jahr 1920 und der NFL zwei Jahre später wurde der Sport auf eine professionelle Basis gehoben. Das Playoff-Spiel zwischen den Chicago Bears und den Portsmouth Spartans sollte den Anstoß für die heute bekannten Regeln des American Footballs geben. Die legendären Torpfosten am Ende des Spielfeldes für die Field Goals fanden ebenso zum ersten Mal ihre Berücksichtigung wie die Verwendung von Hashmarks und dem ausgeprägten Passspiel.

Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde American Football in den USA immer populärer: Die NFL mit ihren Teams konnte aus einem schier unerschöpflichen Reservoir von Collegespielern schöpfen, die ihre Hoffnungen auf diesen Sport legten. Dies hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert, denn auch die Partien zwischen den Universitäten werden in den USA im Fernsehen übertragen. Im Draft können die Mannschaften der NFL die talentiertesten Spieler in ihre Reihen holen. Um eine Übermacht eines der Teams zu verhindern, wurde der Salary Cap eingeführt: eine Gehaltsobergrenze für jede Mannschaft. Dadurch existiert eine Chancengleichheit, die man im Fußball vergeblich sucht.

Der Super Bowl als TV-Event des Jahres

Das sportliche Highlight ist natürlich der Super Bowl, das Endspiel der NFL. Weltweit verfolgen Milliarden von Zuschauer dieses einzigartige Event und für die Werbung geben Firmen Millionen von Dollar aus. Ein Auftritt in der Halbzeitshow ist eine Auszeichnung für jeden Musikstar und aus sportlicher Sicht wurden hier schon Legenden geschaffen.
American Football in Europa

Den Sport in Europa zu etablieren, ist bislang nur mit überschaubaren Erfolg gelungen. Die Teams darben noch ein Schattendasein, aber die NFL hat in der jüngsten Vergangenheit auch durch die Fernsehübertragung von Partien unheimlich an Popularität gewonnen. Möglicherweise könnte dies der Grundstein für den kommenden Erfolg in den nächsten Jahren sein.